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Frisch gebrühter Americano mit Crema in einer weißen Tasse

Americano selber machen

Der Original-Rezept: Espresso trifft heißes Wasser.

Zubereitung: 6 Min. | Schwierigkeit: sehr leicht | Für 1 Tasse

Der Americano ist einer der einfachsten Kaffee-Klassiker — und trotzdem oft missverstanden. Ein verdünnter Espresso mit heißem Wasser, fertig. Doch wer genauer hinschaut, erkennt die Eleganz: Der Americano verbindet die intensive Fülle des Espresso mit der angenehmen Zugänglichkeit eines größeren Getränks. Für alle, die einen Espresso pur zu kräftig finden, aber die Komplexität eines echten Kaffees genießen möchten, ist der Americano die perfekte Wahl.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie den perfekten Americano zu Hause zubereiten — und warum die kleine Vorbereitung und das richtige Verhältnis den Unterschied machen.

Was ist ein Americano? Herkunft und Geschichte

Die Geschichte des Americano ist eine Geschichte der Annäherung. Im Zweiten Weltkrieg, so die Legende, suchten amerikanische Soldaten, die in Italien stationiert waren, nach etwas Vertrauterem als dem intensiven Espresso der Italiener. Sie fingen an, die kleinen Tassen mit heißem Wasser zu verdünnen — und so entstand der Americano: eine demokratischere, zugänglichere Variante des Espresso. Der Name ist dabei bewusst gewählt: das Getränk der Amerikaner.

Heute ist der Americano in vielen Cafés auf der Welt ein Standard. Die Ironie: In Italien ist der Americano weniger verbreitet als in nordeuropäischen und anglo-amerikanischen Ländern. Italiener trinken stattdessen lieber einen kurzen Espresso pur oder einen Lungo mit verlängerter Brühzeit. Der Americano ist aber ein legitimer, vollwertiger Kaffee — nicht weniger authentisch, nur anders.

Americano vs. Lungo vs. Filterkaffee: Die Unterschiede

Die drei Getränke unterscheiden sich fundamental in ihrer Zubereitung. Beim Americano brühen Sie zuerst einen Espresso unter Hochdruck, dann verdünnen Sie ihn mit heißem Wasser. Der Espresso ist fertig bevor das Wasser hinzukommt. Das bedeutet, dass die intensive Crema und der volle Körper des Espresso erhalten bleiben.

Beim Lungo hingegen verlängern Sie die Brühzeit des Espresso selbst. Sie lassen das Wasser länger durch die Kaffeepulver laufen, ohne Wasser hinzuzufügen. Das kann zu über-extraktion führen und etwas Bitterkeit bringen, wenn nicht sorgfältig eingestellt.

Der Filterkaffee ist komplett anders: Gemahlener Kaffee wird mit heißem Wasser übergossen und das Wasser läuft langsam durch einen Filter. Keine Hochdruck, keine Espresso-Maschine nötig. Der Geschmack ist milder, ausgewogener, und die Säure kann stärker zur Geltung kommen. Es gibt keine Crema.

Getränk Zubereitung Geschmack Crema
Americano Espresso + Wasser Voll, intensiv Ja (sichtbar)
Lungo Längere Brühzeit Vollmundig, leicht bitter Ja (aber dünner)
Filterkaffee Filter + Überbrühung Ausgewogen, säuerlich Nein

Das perfekte Americano-Rezept – Schritt für Schritt

Ein perfekter Americano braucht nicht viel — aber die Details zählen. Mit diesen Schritten werden Sie am Anfang immer ein gutes Ergebnis haben.

1

Tasse vorwärmen

Füllen Sie eine Kaffeetasse mit heißem Wasser und lassen Sie es einige Sekunden stehen. Das Wasser ablaufen, die Tasse bleibt warm. Eine warme Tasse hält den Americano länger auf Trinktemperatur und bewahrt das Aroma.

2

Bohnen mahlen und Espresso brühen

Mahlen Sie die Bohnen fein (Espresso-Mahlgrad) und brühen Sie einen einzelnen Espresso (25–30 ml) direkt in die vorgewärmte Tasse. Der Espresso sollte eine schöne, dunkle Crema haben. Falls Sie einen Vollautomat nutzen, wählen Sie das Espresso-Programm.

3

Heißes Wasser hinzufügen

Gießen Sie langsam etwa 150–200 ml heißes Wasser (ca. 80–85°C) zum Espresso. Dabei zerstört sich die Crema teilweise — das ist normal. Das Verhältnis ist flexibel: Für kräftigere Geschmack weniger Wasser (150 ml), für schwächer mehr Wasser (200+ ml).

4

Sofort servieren und genießen

Servieren Sie den Americano sofort, während er noch heiß ist. Der Geschmack ist voller und intensiver als beim reinen Filterkaffee, aber zugänglicher als beim puren Espresso. Keine Zucker oder Sahne nötig — genießen Sie die Eigenständigkeit des Getränks.

Americano mit Siebträger, Vollautomat oder AeroPress

Mit Siebträger: Der klassische Weg. Mahlen Sie Ihren Lieblingskaffee frisch, tampen Sie sorgfältig, brühen Sie einen einzelnen Espresso. Dann verdünnen Sie mit heißem Wasser. Dies gibt Ihnen die maximale Kontrolle über das Ergebnis.

Mit Vollautomat: Wählen Sie das Espresso-Programm, lassen Sie es in Ihre Tasse brühen. Dann gießen Sie heißes Wasser (aus dem Heißwasserspender oder aus dem Wassertank) hinzu. Die meisten Vollautomaten sind einstöpselig, aber der Grundgedanke ist gleich.

Mit AeroPress: Die AeroPress brüht nicht unter klassischem Espresso-Hochdruck, sondern unter sanfterem Druck. Das Ergebnis ist ein konzentrierter Kaffee, der ähnlich wie ein verdünnter Espresso wirkt. Brühen Sie die AeroPress nach Standard-Anleitung, dann verdünnen Sie optional mit heißem Wasser für einen americano-ähnlichen Drink.

Variationen: Iced Americano und Long Black

Iced Americano: Genießen Sie Ihren Americano in den warmen Monaten eiskalt. Brühen Sie einen Espresso, gießen Sie ihn in ein Glas mit Eiswürfeln, dann fügen Sie kaltes Wasser hinzu (oder verwenden Sie heißes Wasser zuerst, dann abkühlen lassen). Die Crema ist bei kalttem Americano weniger sichtbar, aber der Geschmack ist erfrischend und voller. Ein Iced Americano ist deutlich mehr Kaffee als ein Eiskaffee mit Sahne.

Long Black: Dies ist im Grunde ein Australisch/Neuseeländischer Americano mit Unterschied in der Zubereitung: Das Wasser wird zuerst in die Tasse gegossen, dann wird der Espresso hinzugefügt. Das Ergebnis ist eine dünnere Crema oben. Der Geschmack ist ähnlich, nur optisch unterschiedlich. Viele Long-Black-Liebhaber behaupten, es schmecke anders, aber blind getestet sind die Unterschiede minimal.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Americano und Lungo?
Beide Getränke sind größer und milder als ein klassischer Espresso, aber sie entstehen auf unterschiedliche Weise. Beim Americano brühen Sie zuerst einen Espresso und verdünnen ihn dann mit heißem Wasser — der Espresso entsteht also zuerst unter Hochdruck. Beim Lungo lassen Sie das Wasser bereits bei der Brühung länger durchlaufen, ohne dass es zu Hochdruck kommt. Das führt zu unterschiedlichen Geschmacksprofilen: Der Americano ist voller und kräftiger, der Lungo kann leicht bitter wirken, wenn zu viel Wasser zu schnell durchläuft.
Ist Americano das Gleiche wie Filterkaffee?
Nein. Während Filterkaffee durch stilles Durchlaufen von Wasser durch gemahlenen Kaffee entsteht, ist ein Americano ein verdünnter Espresso — der Kaffee wurde unter Hochdruck gepresst. Das Ergebnis ist geschmacklich sehr unterschiedlich: Der Americano hat die intensive Crema des Espressos, ist voller und komplexer. Filterkaffee ist milder und oft säuerlicher. Viele Menschen trinken Americano, weil sie Espresso pur zu stark finden, aber die Intensität des Espresso-Getränks mögen.
Sollte ich das Wasser zuerst in die Tasse?
Das ist eine legendäre Frage in der Kaffee-Kultur. Traditionell wird der Espresso zuerst in die Tasse gegossen und dann mit Wasser verdünnt — das ist die amerikanische Art. Manche Baristas gießen aber zuerst Wasser ein und dann den Espresso nach, um eine dünnere Crema zu vermeiden. Geschmacklich gibt es keinen signifikanten Unterschied — wählen Sie die Reihenfolge nach persönlichem Vorlieben. Wer die volle Crema genießen möchte, gießt den Espresso zuerst.
Wie viel Wasser ist das richtige Verhältnis?
Das ist Geschmackssache. Die klassische Regel lautet 1:3 — ein Teil Espresso zu drei Teilen Wasser. Das ergibt etwa 25 ml Espresso + 75 ml Wasser. Manche mögen es kräftiger (1:2, also 25 ml Espresso + 50 ml Wasser), manche schwächer (1:4). Der beste Weg ist, zu experimentieren und Ihre Lieblingsproportion zu finden. Achten Sie darauf, dass die Crema noch sichtbar ist und das Getränk nicht völlig verwässert wirkt.

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Der Americano ist nur der Anfang. Erkunden Sie auch den Lungo oder den klassischen Espresso.